André Thiel

Kaufunktionsuntersuchung

Funktionsstörungen des Kauorgans ( Zähne, Zahnbett, Muskulatur, Kiefergelenke ) haben viele Ursachen.
Veränderungen infolge eines Unfalls ( akutes Trauma ) herausgenommen, handelt es sich meist um eine langsame ( chronische ) Verschiebung des Gleichgewichts. Erbliche Einflüsse und nervliche Belastungen ( Streß ) spielen ebenso eine Rolle, wie Zahn- und Gewebeschäden.

Häufig klagen die Patienten über:

  1. Kiefergelenkknacken
  2. Schmerzen im Bereich des Ohres
  3. halbseitige Kopfschmerzen, Schmerzen hinter dem Ohr, im Bereich der Schläfe

Bei geschlossener vollständiger Zahnreihe berühren sich die Zähne nur punktförmig. Dabei nimmt das Kiefergelenkköpfchen seine Ruheposition ein. Zwischen ihm und der Gelenkpfanne liegt eine Knorpelscheibe völlig spannungsfrei. Die Kaumuskulatur hält den Kiefer mit geringer gleichmäßiger Kraft. Bei entspannter Kaumuskulatur ( Ruhetonus ) sind die Zähne außer Kontakt und der Mund geschlossen.
Komplizierte Kontrollsysteme gewährleisten einen störungsfreien Ablauf sämtlicher Bewegungen. Die Überlagerung von bewußten ( Sprechen ) und unbewußten Aktivitäten ( Schlucken ) stellen höchste Anforderung an die Steuerungssysteme. Eine meist harmlose Störung ist allen bekannt- das „Verschlucken“.
Veränderungen im Regelkreis stören das Gleichgewicht und können schwere gesundheitliche Schäden nach sich ziehen. Nicht alle Bausteine des Regelkreises sind für Funktionsuntersuchungen leicht zugänglich. Die Störungen im Bereich der Verzahnung ( Okklusion ) lassen sich relativ leicht ermitteln. Nicht immer reicht ein Blick des Zahnarztes auf die Zahnreihe aus, um die Störung vollständig zu erfassen. Manchmal ist ein Abdruck der Zähne erforderlich. Die Gipsmodelle werden mit Registrierhilfen in einen Kausimulator ( Artikulator ) übertragen. Die Beurteilung der Verzahnung wird dadurch erleichtert. Fehlerhafte Kontakte können markiert werden. Beim Vergleich mit den natürlichen Zahnreihen lassen sich leichte Störungen gezielt beseitigen.
Kleine Korrekturen an den Zähnen bringen das System wieder ins Gleichgewicht.
Der Patient fühlt sich wieder entspannt.